Karate-Seminar mit Fiore Tartaglia: Fokus auf Zwischenbewegungen

Spartenleiter Belal Chahrour nutzte die Gelegenheit, um sich ein signiertes Exemplar eines Grundlagenwerks von Fiore Tartaglia zu sichern.
Spartenleiter Belal Chahrour nutzte die Gelegenheit, um sich ein signiertes Exemplar eines Grundlagenwerks von Fiore Tartaglia zu sichern.

Am Samstag, dem 21. März, fand in Schauenburg-Hoof ein besonderer Karate-Lehrgang statt. Geleitet wurde dieser von dem erfahrenen Karateka FioreTartaglia (7. Dan), der vor allem durch seine zahlreichen Buchveröffentlichungen bekannt ist. Insbesondere seine vierteilige Reihe „Der Shotokan-Kata mit Bunkai“ gilt für viele Karateka als Standardwerk.


Während des Lehrgangs wurde schnell deutlich, dass Tartaglia Karate nicht nur unterrichtet, sondern lebt. Er integriert die Kampfkunst in seinen Alltag und verbindet dabei traditionelles Shotokan mit Einflüssen aus anderen Kampfkünsten, die er gezielt in sein Training einfließen lässt.


Ein zentrales Thema des Lehrgangs war die Bedeutung von Zwischenbewegungen. Tartaglia erklärte anschaulich das Prinzip der Kettenbewegung: Viele kleine, aufeinander abgestimmte Bewegungen verbinden sich zu einer kraftvollen Gesamtbewegung. Am Beispiel des Oi Zuki wurde dies besonders deutlich – die Kraft entsteht nicht isoliert im Arm, sondern entwickelt sich aus dem Zusammenspiel von Füßen, Beinen, Hüfte und Oberkörper bis hin zur finalen Technik.


Darüber hinaus stellte Tartaglia drei grundlegende Elemente jeder Bewegung im Karate heraus: die Bodenkraft, die Gewichtsverlagerung und die Rotation der Hüfte. Diese Prinzipien wurden im Training intensiv vermittelt und praktisch umgesetzt. Auch wurde deutlich, dass Karatebewegungen bewusst aufgebaut sind und nicht natürlichen Bewegungsmustern entsprechen – ein Aspekt, der bereits im Kihon beginnt.


Ein weiteres wichtiges Prinzip ist der Wechsel vom Kleinen zum Großen: Durch kompakte Bewegungen wird Energie aufgebaut, die im entscheidenden Moment effektiv freigesetzt wird. In diesem Zusammenhang betonte Tartaglia auch, dass Energie gezielt eingesetzt werden sollte – mit dem Ziel, einen Kampf möglichst effizient zu beenden.


Anschaulich wurde dies unter anderem durch das Beispiel eines älteren Mannes verdeutlicht, der sich gegen mehrere Angreifer behaupten muss. Hierbei wurde die Bedeutung von Zielgenauigkeit und dem Wissen um Vitalpunkte hervorgehoben.


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten von dem großen Erfahrungsschatz Tartaglias profitieren. Die durchweg positive Resonanz zeigt, wie bereichernd der Lehrgang für alle Beteiligten war.

Die Karateka des Rot-Weiß Kassel e. V. waren zahlreich vertreten (von links): Fiore Tartaglia, Nicolai Kühn, Jürgen Leister, Dikran Krigorian, Volker Vogel und Belal Chahrour.
Die Karateka des Rot-Weiß Kassel e. V. waren zahlreich vertreten (von links): Fiore Tartaglia, Nicolai Kühn, Jürgen Leister, Dikran Krigorian, Volker Vogel und Belal Chahrour.